Gefahren durch Videospiele
Gewalttätig durch Videospiele?
Oft wird in den Medien und gesellschaftlichen Kreisen darüber diskutiert und vermutet, dass Videospiele mit gewalthaltigen Inhalten, diese Gewalt an die Kinder weiter transferieren, die diese dann in der realen Welt umsetzen. Fachwissenschaftler sind sich aber weithin einig, dass es keine direkte Wirkung von medialen Welten auf die reale Welt gibt.
Aber wie sehen die indirekten Wirkungsmechanismen aus, die gewalthaltige Spiele hervorrufen können? Gewalthaltige Medien(nicht nur Videospiele) üben einen Verstärkungseffekt aus. Sie können das innere aggressive Milieu des Spielers verstärken, ob es aber konkrete aggressive Handlungen auslöst ist eine offene Forschungsfrage. Damit es aber überhaupt zu einem solchen Verstärkungseffekt kommt, ist eine Vielzahl von verschieden Faktoren nötig. Einerseits in welcher Form die Gewalt in dem Videospiel präsentiert wird, ob es physische, psychische oder strukturelle Gewalt ist, und in welcher Form sie gezeigt wird, ob sie angedeutet, offen brutal, ironisch, distanziert oder reißerisch ist. Auch der Kontext in dem die Gewalt eingebettet ist von Wichtigkeit, dabei gibt unzählige Möglichkeiten, es kann ein realitätsorientiertes Geschehen sein, sich um einen historischen Sachverhalt handeln oder in futuristischen Welten spielen. Aber vor allem Faktoren beim Spieler selbst sind von sehr großer Wichtigkeit für das Auftreten eines Verstärkungseffekts. Den der Spieler muss erstmal ein inneres aggressives Milieu aufbauen, das verstärkt werden kann. Eine aggressive Persönlichkeit bildet sich nicht im luftleeren Raum, Einflüsse aus den gegenwärtigen Lebenssituation im Elternhaus, Schule, Beruf und Freundeskreis, die ökonomischen und sozialen Verhältnisse und auch die Lebenserfahrung und medialen Kompetenzen sind dafür entscheiden. Vor allem problematische Ausgangsbedingungen wie Frust, Langeweile, wenig Erfolg, negative Lebensperspektiven, eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten und problematische Sozialkontakte sind für die Bildung einer aggressiven Persönlichkeit mitverantwortlich.
Die Lebenssituation und der Charakter des Spielers bestimmt auch welche Spieltypen er bevorzugt, so bevorzugen aggressivere Persönlichkeiten gewalttätigerer Spiele die zu seinen Lebenstyp passen. Treten nun die ungünstige Lebensperspektive, die schwierige aggressive Persönlichkeit und der Verstärkungseffekt durch die gewalthaltigen Medien auf, kann es sein, dass es zu aggressiven Gewalthandlungen kommt. Man kann also sagen, gewalthaltige Medienangebote und Videospiele machen für sich alleine nicht aggressiv, erst wenn sie auf ungünstige Lebenslagen und Persönlichkeiten stoßen, können sie die Aggressivität verstärken die dann zu Gewalthandlungen führt.
Machen Videospiele süchtig?
Vielen Kindern und Jugendlichen(aber auch Erwachsenen) fällt es schwer sich vom Computerspiel zu trennen, und können über Stunden damit zubringen zu spielen. Aber woher kommt diese Faszination für Videospiele, warum kann man nicht einfach abschalten, reagiert teilweise gereizt wenn man darum bittet das Spiel auszustellen und ab wann kann man bei exzessives spielen von Sucht sprechen?
Die Faszination die Videospiele bieten, liegt an den vielen kleinen und großen Erfolgserlebnissen im Spiel die das eigene Können bestätigen und die Lust auf mehr machen. Zudem kommt die Neugier hinzu, hat man ein Level oder Missionen bewältigt, will man wissen wie es weiter geht. Hat man das neue Szenario erst angefangen, ist es oft schwer wieder damit aufzuhören und spielt weiter. So können einige Stunden beim Spielen vergehen.
Vor allem bei Online-Spielen wie zum Beispiel “World of Warcraft” nehmen sehr viel Zeit von ihren Spielern in Anspruch, da hier der Spielerfolg im direkten Zusammenhang steht mit der Zeit die man für das Spiel nvestiert. Zudem gibt es in diesen Spielen keine Level oder Mission die irgendwann zu Ende sind, und so mit auch das Spiel. Man bewegt sich frei in einer virtuellen Welt und trifft dort auf virtuelle Wesen, die von anderen Spielen gesteuert werden. Es baut sich ein Gemeinschaftsgefühl auf, und die Möglichkeit virtuell neue Leute und Freunde kennenzulernen, verlockt zusätzlich länger zu Spielen und die Zeit dabei zu vergessen.
Man kann und darf aber nicht gleich von Sucht sprechen, nur weil man zu viel Zeit mit Computerspielen verbringt. Um von einem Suchtverhalten zu sprechen muss man erst mal schauen welche Motivation hinter dem exzessiven Spielen liegt. Für viele Spieler dient die virtuelle Welt nur ergänzend zur realen Welt, man findet dort eine weitere Heimat. Fangt man aber an seine sozialen und emotionalen Bedürfnisse nur auch aus der virtuellen zu beziehen, weil man sie im richtigen Leben nicht bekommt oder findet, kann es zu einem krankhaft Verhalten kommen.
Die beiden Suchtforscher Professor Sabine M. Grüsser und Ralf Thalemann haben folgende Merkmale entwickelt, die für Eltern als Warnsignal zu deuten sind:
- Das Kind spürt meistens einen starken Wunsch, am Computer zu spielen.
- Es spielt länger, als es sich vorgenommen oder mit den Eltern abgesprochen hat.
- Es fühlt sich schlecht und nervös, wenn es nicht am Computer spielen kann.
- Es denkt eigentlich immer an die Computerspiele, selbst dann, wenn es sich auf etwas anderes (z.B. schulische Anforderungen konzentrieren sollte.
- Wenn es nicht am Computer spielen kann, fällt ihm nicht ein was es sonst tun könnte.
- Die sozialen Kontakte sind sehr begrenzt. Dies gilt auch für andere Freizeitaktivitäten und Hobbys.
- Schlafen, Essen und körperliche Hygiene werden vernachlässigt.
- Das Computerspielen dehnt sich zeitlich aus und wird intensiver durchgeführt